Posted in: Raumfahrt, Sonnensystem 22. April 2010 13:34 Weiter lesen →

Hayabusa: Der Falke kehrt heim

Grafik zeigt in goldene Folie verpackten Würfel mit zwei langen bläulichen Solarpaneelen und einer Art Saugrüssel, dicht über der grauen Oberfläche eines Asteroiden Schon bald könnten irdische Wissenschaftler erstmals unverfälschtes Material von einem Asteroiden in Händen halten. Wie die japanische Raumfahrtagentur JAXA mitteilt, wird ihre Sonde Hayabusa im kommenden Juni zur Erde zurückkehren und eine Kapsel abwerfen, die beim Aufsetzen auf dem Asteroiden Itokawa kurzzeitig geöffnet worden war.

Grafik: James Garry via Wikimedia.org (gemeinfrei)

Laut den jüngsten Berechnungen soll die Probenkapsel am 13. Juni in die Erdatmosphäre eintreten. Falls alles nach Plan läuft, wird die Kapsel eine Stunde später in dem ehemaligen Sperrgebiet um die australische Stadt Woomera niedergehen. Damit könnte eine von zahlreichen Rückschlägen heimgesuchte Mission doch noch zu einem krönenden Abschluss kommen.

Die Sonde Hayabusa (Wanderfalke) war im Mai 2003 gestartet worden und hatte Itokawa im September 2005 erreicht. Bereits auf dem Hinflug waren ihre Solarpaneele durch einen Sonnensturm beschädigt worden, sodass die Ionentriebwerke nicht die vorgesehene Leistung erbringen konnten. Auch der Aufenthalt bei dem knollenförmigen Asteroiden, damals rund 288 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, verlief nicht ganz nach Plan. Erst ging ein kleines Landegerät im All verloren, dann folgten zwei unerwartet holprige Aufsetzmanöver.

Trotz einer derangierten Lagekontrolle und defekter Batterien gelang es dem japanischen Kontrollzentrum, Hayabusa wieder unter Kontrolle zu bringen und auf die lange Rückreise zu schicken. Nach dem Ausfall von zwei der vier Ionentriebwerke gewissermaßen nur noch auf einem Bein unterwegs, hat die Sonde nun das erste von fünf abschließenden Kurskorrekturmanövern absolviert.

Laut Mitteilung der JAXA hat die zuständige australische Behörde inzwischen die Genehmigung für den Wiedereintritt der Probenkapsel erteilt. Allerdings hat auch die letzte Etappe der Reise ihre Tücken, belegt der Fall der amerikanischen Sonde Genesis. Nachdem die Sonde Teilchen des Sonnenwindes aufgefangen hatte, war ihre Probekapsel ungebremst auf der Erdoberfläche aufgeschlagen und zerborsten, sodass die kostbare Fracht kontaminiert wurde.

Forschung: Institute of Space and Astronautical Science, Japan Aerospace Exploration Agency, Sagamihara

WWW:
Hayabusa – The Final Approach
Bahndiagramm Itokawa

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Asteroiden wird kräftig durchgeschüttelt
Sonde landet auf Asteroid


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