Kühle Zwerge
Freitag, 25. Juni 2010, 14:15 • Rubrik Sterne.
Die Entdeckung von gleich 14 kühlen “Beinahe-Sternen” vermelden amerikanische Astronomen. Der Fund gelang ihnen bei der Analyse von Daten des Weltraumteleskops Spitzer und spricht für die Annahme, dass solche Braunen Zwerge im All sehr häufig sind.
Der vor einigen Monaten gestartete Infrarotsatellit WISE könnte mehrere Hundert Braune Zwerge in der nächsten Nachbarschaft der Sonne finden. Bild: AMNH/UCB/NASA/JPL-Caltech
Empfindliche Instrumente, die auf das schwache Infrarotlicht Brauner Zwerge ansprechen, könnten schon bald mehrere Hundert der unauffälligen Objekte in der Nachbarschaft der Sonne aufspüren, erklärt Peter Eisenhardt vom Jet Propulsion Laboratory der NASA im kalifornischen Pasadena. “Gut möglich, dass wir sogar einen kühlen Braunen Zwerg finden, der uns näher ist als Proxima Centauri, der nächstgelegene bekannte Stern.”
Braune Zwerge entstehen wahrscheinlich auf ähnliche Weise wie Sterne, indem eine Gaswolke unter ihrer eigenen Schwerkraft in sich zusammenfällt. Allerdings besitzen sie nicht genügend Masse, um in ihrem Inneren dauerhaft Kernfusion betreiben und als Folge hell strahlen zu können. Nach ihrer hitzigen Entstehung kühlen sie daher aus und strahlen immer weniger Energie ab.
Eisenhardt und seine Kollegen fanden die neuen Braunen Zwerge unter rund 400.000 Objekten, die das Weltraumteleskop Spitzer bei einem besonders gründlichen Blick auf einen kleinen Ausschnitt des Himmels erspäht hatte. Anhand des jeweiligen Infrarotspektrums konnten die Forscher nicht nur die Braunen Zwerge identifizieren, sondern auch deren Eigenschaften etwas genauer bestimmen. Keiner der Neulinge ist demnach deutlich wärmer als 300 Grad Celsius, einer scheint sogar kühler als 200 Grad zu sein.
Forschung: Peter R. M. Eisenhardt und Roger L. Griffith, Jet Propulsion Laboratory, California Institute of Technology, Pasadena; Shelley A. Wright, Astronomy Department, University of California at Berkeley; und andere
Veröffentlichung Astronomical Journal, Vol. 139(6), DOI 10.1088/0004-6256/139/6/2455; Prepint arXiv:1004.1436
WWW:
Astrophysics & Space Sciences, Jet Propulsion Laboratory
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