Posted in: Planeten 4. August 2010 19:21 Weiter lesen →

Saturns leuchtender Puls

2 Bilder zeigen hellen, leicht zerfransten Ring auf blauem Untergrund und Seitenansicht des Saturn mit kaum erkennbaren Ringen, weißen Flecken um den Nordpol Anders als ihre irdischen Pendants, legen die Polarlichter auf dem Saturn ein verblüffend regelmäßiges Verhalten an den Tag. Das haben europäische und amerikanische Astronomen entdeckt. Die Polarlichter des Ringplaneten werden demnach ungefähr im Rhythmus eines Saturntages um den Faktor 3 heller und dunkler.

Die Aurora borealis des Saturn, gesehen von Cassini (oben) und Hubble. Bilder: NASA Jet Propulsion Laboratory und NASA, ESA, and Jonathan Nichols (University of Leicester)

Damit nicht genug, nimmt die Intensität der Leuchterscheinungen dann zu und wieder ab, wenn auch die Radiostrahlung aus den höheren Breiten des Saturn intensiver und wieder schwächer wird, ermittelten Jonathan Nichols von der Universität Leicester und seine Kollegen. Besonders ausgeprägt ist dieser Zusammenhang auf der Morgenseite des Polarlichtrings, berichten die Forscher im Fachblatt „Geophysical Research Letters“.

„Damit ist belegt, dass es eine physikalische Verbindung zwischen den Polarlichtern und der Radiostrahlung gibt“, erklärt Nichols. Diese Verbindung eröffne eine neue Möglichkeit, das Rätsel um den unregelmäßigen „Puls“ des Saturn zu lösen, so der Forscher. Eigentlich sollte der knapp elfstündige Takt der Radiostrahlung nämlich der Rotationsdauer des Gasplaneten und seines Magnetfeldes entsprechen. Tatsächlich wird er über 40 bis 70 Saturntage um einige Minuten langsamer und wieder schneller – ein Phänomen, das sich kaum durch ein Abbremsen und Beschleunigen des Planeten erklären lässt.

Nichols und Kollegen nutzten für ihre Untersuchung Daten des Weltraumteleskops Hubble und der Saturnsonde Cassini aus den Jahren 2005 bis 2009. Anhand der Hubble-Beobachtungen bestimmten die Forscher die Leistung, die nördliches und südliches Polarlicht im ultravioletten Licht abstrahlten. Diese Werte verknüpften sie mit Messwerten über die Kilometerstrahlung des Saturn, die ein Radioinstrument an Bord von Cassini gesammelt hatte.

Forschung: Jonathan D. Nichols, Department of Physics and Astronomy, University of Leicester; Baptiste Cecconi, LESIA, Observatoire de Paris, Meudon; und andere

Veröffentlichung Geophysical Research Letters, DOI 10.1029/2010GL044057 (im Erscheinen)

WWW:
Radio & Space Plasma Physics Group, University of Leicester
Polarlicht
Saturn Kilometric Radiation

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Saturns „Tage“ werden länger

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