Posted in: Astrobiologie, Sonnensystem 8. Oktober 2010 16:47 Weiter lesen →

Wassereis auf Asteroid nachgewiesen

Grafik zeigt kleines Objekt mit hellem Schweif vor der Nachtseite eines Planeten, im Hintergrund eine strahlende Sonne Asteroiden sind keine trockenen Geröllhaufen, demonstrieren Beobachtungen amerikanischer und spanischer Astronomen. Im Lichtspektrum eines Asteroiden, der zwischen Mars und Jupiter um die Sonne kreist, konnten sie den optischen Fingerabdruck von Wasser und organischen Verbindungen nachweisen.

Grafik: Gabriel Pérez, Instituto de Astrofísica de Canarias

„Unsere Entdeckung spricht für die Vermutung, dass diese Region des Sonnensystems mehr Wassereis enthält als bislang angenommen“, erklärt Humberto Campins von der University of Central Florida. „Darüber hinaus stützt sie die Theorie, dass Asteroideneinschläge Wasser und Bausteine für die Entwicklung des Lebens auf die Erde gebracht haben könnten.“

Ihre jüngste Entdeckung gelang Campins und Kollegen mithilfe des Weltraumteleskops Spitzer und des Infrarot-Observatoriums der NASA auf Hawaii. Die Forscher nutzten die empfindlichen Instrumente, um Infrarotspektren von 65 Cybele aufzunehmen, einem etwa 290 Kilometer großen Objekt, das im Asteroidengürtel des Sonnensystems seine Bahn zieht.

Cybele kommt der Sonne niemals näher als 450 Millionen Kilometer. Trotz dieses Abstandes sollte der Asteroid längst alles Wasser verloren haben, das er vielleicht einmal besessen hat. Dem ist nicht so, berichten die Forscher auf einer Fachtagung im kalifornischen Pasadena. Die Form der Infrarotspektren lässt sich demnach am ehesten durch eine Asteroidenoberfläche erklären, die neben Silikatstaub auch Wassereis und einen Überzug aus organischen Verbindungen aufweist.

Ähnliche Resultate hatten die Forscher kürzlich bei der Beobachtung eines anderen Asteroiden mit der Bezeichnung 24 Themis erhalten. Ihrer Ansicht nach zeigen die neuen Daten, dass sich 65 Cybele eine sehr urtümliche, kometenähnliche Oberflächenzusammensetzung erhalten hat.

Forschung: Zoe Landsman und Humberto Campins, Physics Department, University of Central Florida, Orlando; Javier Licandro Goldaracena, Institute de Astrofísica de Canarias, La Laguna; und andere

Präsentation auf dem 42nd Annual Meeting of the AAS Division for Planetary Sciences, Pasadena; #39.18; Veröffentlichung Nature, Vol. 464, pp 1320-1, DOI 10.1038/nature09029

WWW:
Comets and Asteroids Research, University of Central Florida
Física de la Materia Interplanetaria, Instituto de Astrofísica de Canarias
65 Cybele
Asteroids
Evolution of Our Solar System

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