Posted in: Sonnensystem 15. Dezember 2010 13:23 Weiter lesen →

Möglicher Eisvulkan auf Titan entdeckt

3D-Ansicht zeigt in Blau- und Grüntönen Ansicht mehrerer tiefer Krater und flankierender Gipfel Auf dem Saturnmond Titan gibt es möglicherweise Vulkane, in denen Eis statt geschmolzenem Gestein an die Oberfläche steigt. Den bislang besten Kandidaten für einen solchen Eisvulkan haben amerikanische Forscher mithilfe der Saturnsonde Cassini ausgemacht. Ihre Bilder zeigen eine Gruppe tiefer Krater, die von kilometerhohen Gipfeln flankiert wird.

Bild: NASA/JPL-Caltech/USGS/University of Arizona

Zumindest äußerlich wirke das Ensemble auf dem eisigen Saturnmond wie ein Abbild irdischer Feuerberge, erklärt Randolph Kirk vom US Geological Survey. Die Ähnlichkeit mit Vulkanen wie dem Ätna auf Sizilien oder den Laki-Kratern auf Island „versetzt uns jedes Mal aufs Neue in Staunen, wenn wir unsere neuen 3D-Karten betrachten“.

Auf dem eisigen Titan übernimmt Wassereis die Rolle irdischer Gesteine, während leichte Kohlenwasserstoffe einen ähnlichen Kreislauf aus Verdunstung und Niederschlag durchlaufen wie Wasser auf der Erde. Seit langem wird vermutet, dass es auf dem größten Saturnmond auch Vulkane gibt, in denen ein Brei aus Wassereis emporsteigt. In diesem Brei enthaltene Kohlenwasserstoffe und Ammoniak könnten zudem den Verlust von Atmosphärenbestandteilen ausgleichen, die fortwährend durch das Sonnenlicht zersetzt werden.

Cold Case Einen solchen Ort haben Kirk und Kollegen möglicherweise gefunden. Anhand von Radardaten der Sonde Cassini erstellten die Forscher ein dreidimensionales Modell von Sotra Facula, einem Oberflächenmerkmal am Äquator Titans. Neben bis zu 1,5 Kilometer tiefen Kratern und mehr als 1 Kilometer hohen Gipfeln zeigt es große lappenförmige Gebilde, die an erstarrte Lavaströme erinnern. Spektroskopische Daten bestätigten, dass sich diese Gebilde in ihrer Zusammensetzung von dem umgebenden Terrain unterscheiden, berichten die Forscher auf einer Fachtagung in San Francisco.

Jeffrey Kargel von der University of Arizona stimmt mit der Interpretation von Sotra Facula als Eisvulkan überein. „Zwar ist es möglich, dass die Berge auf tektonische Prozesse zurückgehen“, so der Forscher, „die Deutung als Kryovulkan ist jedoch sehr viel einfacher und plausibler.“

Forschung: Randolph L. Kirk und Elpitha Howington-Kraus, Astrogeology Science Center, US Geological Survey, Flagstaff; Rosaly M. Lopes, Jet Propulsion Laboratory, California Institute of Technology, Pasadena; und andere

Präsentation auf dem 2010 Fall Meeting of the American Geophysical Union, San Francisco, #P22A-03

WWW:
Astrogeology Science Center, US Geological Survey
Sotra Facula
Cassini
Titan

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