Posted in: Kosmos, Sterne 22. Dezember 2010 16:18 Weiter lesen →

Sterne: Stattliche Einzelgänger

SW-Bild zeigt hellen Stern als großen Lichtfleck, eingekreist und umgeben von vielen kleineren Flecken, vor grauem Hintergrund Große Sterne können sich beinahe überall im Kosmos bilden. Diesen Schluss legen Beobachtungen nahe, die eine amerikanische Astronomengruppe mit dem Weltraumteleskop Hubble angestellt hat. Mehrere massereiche Sterne stehen demnach völlig allein im All und sind nicht etwa Teil eines mehr oder weniger großen Sternhaufens.

Der Stern AzV 302 bringt es auf ca. 27 Sonnenmassen und ist ausgeprochen gesellig. Bild: Courtesy of Joel Lamb

Bislang habe man angenommen, dass massereiche Sterne am ehesten aus einer großen Gaswolke hervorgingen und viele Geschwister hätten, erläutert Sally Oey von der University of Michigan. „Das Szenario, dem zufolge die Höchstmasse eines Sterns in einem Sternhaufen mit der Größe des Haufens korreliert, wird durch unsere Resultate jedoch nicht gestützt“, so die Astronomin.

Oey, ihr Student Joel Lamb und zwei weitere Kolleginnen nutzten das Weltraumteleskop Hubble, um acht Sterne mit 18 bis 37 Sonnenmassen in einer Nachbargalaxie der Milchstraße, der Kleinen Magellanschen Wolke, zu studieren. Bei lediglich drei dieser stattlichen Brocken waren im näheren Umkreis weitere Sterne auszumachen, berichtet die Gruppe im „Astrophysical Journal“. Die übrigen fünf Sterne scheinen Einzelgänger im All zu sein.

Gemessen an ihrer Eigenbewegung sind nur zwei dieser fünf Einzelgänger aus ihrer Geburtsregion katapultiert worden, ergaben weitere Beobachtungen. Bei den übrigen Sternen sind dagegen sogar Gasfetzen als mögliche Überbleibsel der ursprünglichen Gaswolke erkennbar. Auf Basis dieser Resultate und umfangreicher Computersimulationen folgert die Astronomengruppe, dass der Zusammenhang zwischen der Masse des Ausgangsmaterials und der Höchstmasse der daraus hervorgehenden Sterne weniger ausgeprägt ist als bislang angenommen.

Forschung: Joel B. Lamb, M. Sally Oey, Jessica K. Werk und Laura D. Ingleby, Department of Astronomy, University of Michigan, Ann Arbor, und Department of Astronomy, Columbia University, New York

Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 725(2), pp 1886 ff., DOI 10.1088/0004-637X/725/2/1886; Preprint arXiv:1010.5273

WWW:
Michigan Astronomy
Small Magellanic Cloud
The Stellar Initial Mass Function (PDF)

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