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Kleinster Exoplanet nachgewiesen

Illustration zeigt Blick über den Horizont einer rotbraun gesprenkelten Welt ohne Atmosphäre auf eine nahe Sonne [1] Die Entdeckung des bislang kompaktesten Planeten eines anderen Sterns vermelden amerikanische Astronomen. Die ferne Welt ist nur etwa 40 Prozent größer als die Erde. Allerdings umkreist sie ihr Zentralgestirn in derart geringem Abstand, dass Leben auf ihrer heißen Oberfläche unmöglich sein dürfte.

Grafik: NASA/Kepler Mission/Dana Berry

Die Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Kepler „liefern die ersten handfesten Belege für einen felsigen Planeten, der einen anderen Stern als die Sonne umkreist“, erklärt Natalie Batalha von der kalifornischen San José State University. Somit stellten sie einen großen Schritt hin zur Entdeckung erdähnlicher Exoplaneten dar.

Mit dem 4,6-Fachen der Erdmasse ist der Neuling Kepler-10b zwar nicht der leichteste unter den bekannten Exoplaneten. Die weniger massigen Exemplare ziehen auf ihrer Umlaufbahn jedoch nicht durch die Sichtlinie zur Erde, sodass ihr Radius nur grob geschätzt werden kann.

Kepler war im März 2009 gestartet worden und folgt der Erde in einigem Abstand auf ihrer Bahn um die Sonne. Der Satellit trägt ein 1-Meter-Teleskop mit einem weiten Blickfeld sowie eine Reihe hochempfindlicher Sensorchips. Das Teleskop ist auf eine Region nahe des nördlichen Sternbilds Schwan gerichtet und hält rund 170.000 dort stehende Sterne permanent im Auge.

Anhand minimaler Helligkeitsschwankungen, wie sie durch die Sichtlinie ziehende Planeten verursachen können, hatte Kepler bereits in seinem ersten Arbeitsmonat eine Handvoll neuer Exoplaneten aufgespürt. Als jüngster Fund umkreist Kepler-10b einen Stern, der etwa 560 Lichtjahre von der Sonne entfernt und doppelt so alt ist wie diese, ihr ansonsten aber stark ähnelt.

Auf Basis der Kepler-Daten und weiterer Beobachtungen schätzen Batalha und ihre Kollegen, dass Kepler-10b das 1,4-Fache des Erdradius aufweist. Seine Dichte dürfte etwa 8,8 Tonnen pro Kubikmeter betragen und damit noch über dem Wert von reinem Eisen und deutlich über dem irdischen Wert von 5,5 Tonnen pro Kubikmeter liegen. Diese massige Kugel rast alle 20 Stunden im Abstand von wenigen Millionen Kilometern um ihren Stern.

Forschung: Natalia M. Batalha, Department of Physics and Astronomy, San José State University, San José, Kalifornien; William J. Borucki, NASA Ames Research Center, Moffett Field; und andere

Veröffentlichung in Astrophysical Journal (im Erscheinen); Präsentation auf dem 217th Annual Meeting of the American Astronomical Society, Seattle; #140.21

WWW:
Physics and Astronomy, San José State University [2]
Planetary Systems Branch, NASA Ames Research Center [3]
Extrasolar Planets Encyclopaedia [4], Kepler-10b [5]
Kepler [6]

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Leichtester Exoplanet entdeckt [7]
Größter Exoplanet entdeckt [8]
Erster lebensfreundlicher Exoplanet entdeckt [9]