Posted in: Mond, Raumfahrt 9. Februar 2011 13:32 Weiter lesen →

Höhleneingang auf dem Mond

Schrägaufnahme in das Loch mit geschichteter Schachtwand, teils beleuchtetem Boden Ein vor drei Jahren entdecktes Loch im Mond könnte der Eingang zu einer geräumigen Höhle sein. Gestützt wird diese Vermutung durch eine neue Aufnahme einer amerikanischen Mondsonde. Sie zeigt, dass das Loch auf der erdzugewandten Seite des Mondes kein einfacher Schacht ist, sondern sich zu einem Hohlraum unter der Lavakruste erweitert.

Bis auf einen kleinen Teil des Bodens liegt der Hohlraum im Schatten. Bild: NASA/GSFC/Arizona State University

Nach Ansicht der beteiligten Forscher ist das neue Bild aus mehreren Gründen besonders interessant. Einerseits ist der Schichtaufbau des Untergrunds an der Schachtwand gut zu erkennen und ermöglicht damit neue Erkenntnisse über die geologische Vergangenheit der Mondregion. Andererseits könnte die Höhle einen vor Strahlung und starken Temperaturschwankungen geschützten Standort für eine künftige Mondstation darstellen.

Das Loch war bereits im Jahr 2008 auf Bildern der japanischen Sonde Selene entdeckt worden. Es ist gut 65 Meter groß und liegt im Oceanus Procellarum, dem „Ozean der Stürme“, in der Nähe des Kraters Marius. In der Region gibt es zahlreiche Hinweise auf einstige vulkanische Aktivität, so etwa eine Reihe mutmaßlicher Lavakanäle. Möglicherweise führt das Loch als eine Art Oberlicht in eine Lavaröhre unter der Mondoberfläche.

Die neue Aufnahme stammt vom amerikanischen Lunar Reconnaissance Orbiter, der den Mond seit Juni 2009 umkreist und unter anderem hochauflösende Bilder von dessen Oberfläche schießt. In diesem Fall schaute die Sonde auf ihrer niedrigen Umlaufbahn schräg über den Rand des Lochs und hatte die Sonne im Rücken. Bei dieser Beleuchtung ist erkennbar, dass die Wand des Schachts in einigen Metern Tiefe zurücktritt. Der Hohlraum darunter liegt, abgesehen von einem kleinen Teil des Höhlenbodens, allerdings im Schatten.

Forschung: Mark S. Robinson, School of Earth and Space Exploration, Arizona State University, Tempe; Harald Hiesinger, Institut für Planetologie, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster; und andere

WWW:
Lunar Reconnaissance Orbiter Camera, Arizona State University
Marius Hills
Lava Flow Features

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