Posted in: Sterne 29. März 2011 17:19 Weiter lesen →

Hellste Supernova identifiziert

Von Weiß über Rot und Grün nach Nunkelblau verlaufende Konturen eines runden Objekts, in weißem Fadenkreuz vor schwarzem Hintergrund Wenn in den Tiefen des Alls ein Stern unter seiner eigenen Masse in sich zusammensackt, kann man die folgende Explosion mitunter schon mit bloßem Auge am Nachthimmel ausmachen. Ein besonders helles Exemplar einer solchen Supernova haben amerikanische und ungarische Forscher identifiziert. Ihrer Schätzung zufolge leuchtete der „Feuerball“ der Explosion vorübergehend so hell wie 100 Milliarden Sonnen.

Bild: D. Perley & J. Bloom/W.M. Keck Observatory

Binnen einer Sekunde habe die Supernova genügend Energie abgestrahlt, um den Bedarf der irdischen Zivilisation rein rechnerisch auf Billiarden von Jahren zu decken, erläutert Craig Wheeler von der University of Texas. Mit den üblichen Modellen zum Ablauf einer Supernova lasse sich diese Leistung nicht erklären, schreiben der Forscher und seine Kollegen im „Astrophysical Journal“.

Die Supernova mit der Bezeichnung SN 2008am wurde im Januar 2008 im Rahmen einer systematischen Fahndung nach solchen Ereignissen erspäht. Die zugehörige Galaxie ist etwa 3,7 Milliarden Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und war bis dahin nur als diffuser Lichtpunkt bekannt. In den folgenden zwei Jahren wurde sie mit weiteren Teleskopen am Erdboden und im Weltraum studiert, um mehr über den Helligkeitsverlauf der Supernova und ihre Eigenschaften zu erfahren.

Laut Wheeler und Kollegen ging die Supernova vermutlich auf einen sehr massereichen Stern zurück, der in seiner letzten Lebensphase immer wieder Teile seiner Gashülle ins All gestoßen hatte. Bei der eigentlichen Explosion liefen Strahlung und energiereiche Teilchen mit hoher Geschwindigkeit auf die sich langsam ausdehnenden Kugelschalen aus Gas auf. Als Folge wurde ein immenser Raumbereich zum Leuchten angeregt.

Eine solche Supernova strahle etwa einhundert Mal heller als eine typische Supernova, erklärt Wheeler, allerdings sei sie auch eintausend Mal seltener. Umso schwieriger sei diese Art Sternexplosion zu studieren, so der Astrophysiker: „Unsere bisherigen Vorstellungen darüber, woher sie ihre Energie beziehen und warum sie so hell sind, scheinen auf diese superleuchtstarken Supernovae nicht anwendbar zu sein. Da sind andere Mechanismen am Werk.“

Forschung: Emmanouil Chatzopoulos und J. Craig Wheeler, Department of Astronomy, University of Texas, Austin; József Vinkó, Department of Optics and Quantum Electronics, University of Szeged, Szeged; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal; Preprint arXiv:1101.3581

WWW:
Craig Wheeler, University of Texas
Robot Optical Transient Search Experiment (ROTSE)
Supernovae

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