Posted in: Raumfahrt, Sonnensystem 19. Juli 2011 13:05 Weiter lesen →

Erste Bilder aus der Vesta-Umlaufbahn

Aufnahme der zu einem Drittel im Schatten liegenden Vesta mit Kratern, Bergen, Furchen und Aufwölbungen Die Raumsonde Dawn hat ihre ersten Bilder aus der Umlaufbahn um den Asteroiden Vesta zur Erde geschickt. Die Aufnahmen zeigen den drittgrößten Körper im Asteroidengürtel als eine von Einschlägen gezeichnete Welt mit einer stellenweise verschrumpelt wirkenden Oberfläche.

Bild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

„Die bislang empfangenen Bilder enthüllen eine komplexe Oberfläche, in der offenbar einige der frühesten Ereignisse in der Geschichte der Vesta ihre Spuren hinterlassen haben – ebenso wie der fortwährende Ansturm in den seitdem verstrichenen Äonen“, erklärt Christopher Russel von der University of California in Los Angeles, der leitende Wissenschaftler der Mission.

Dawn war im Herbst 2007 ins All gebracht worden und hat sich seitdem auf einer weiten Spiralbahn an den Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter herangearbeitet. Nach einer Reise von mehr als 2,6 Milliarden Kilometern wurde die Sonde am frühen Samstagmorgen mitteleuropäischer Zeit von der Schwerkraft der mehr als 500 Kilometer großen Vesta eingefangen. An Bord hat sie ein deutsches Kamerasystem, ein italienisches Spektrometer und einen amerikanischen Gammastrahlungs- und Neutronendetektor.

Die jetzt veröffentlichten Bilder wurden aus einer Entfernung von rund 16.000 Kilometern aufgenommen. Sie dienen vorwiegend der Orientierung über dem unbekannten Terrain und der Vorbereitung auf die kommende Datenflut. In den nächsten Monaten soll Dawn den Abstand auf lediglich 200 Kilometer reduzieren und so eine detaillierte Erkundung der unregelmäßig geformten Vesta und ihrer bewegten Vergangenheit ermöglichen. Danach soll sie zum größten Objekt im Asteroidengürtel weiterfliegen, der mittlerweile als Zwergplanet eingestuften Ceres.

Aus den Messungen und Beobachtungen erhoffen sich die beteiligten Wissenschaftler vor allem Einblicke in die Frühzeit des Sonnensystems. Die Asteroiden gelten heute als Bausteine von Planeten, die aufgrund der starken Schwerkraft des nahen Jupiter nicht zu größeren Objekten zusammenfinden konnten. Nach dem vorübergehenden Aufheizen durch radioaktive Elemente in ihrem Innern sollen die Gesteinsbrocken erstarrt sein und sich ihre urtümliche Struktur bewahrt haben.

„Mit der Erforschung von Vesta erfahren wir mehr über die Geburtsstunde der Planeten“, erklärt Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Und vielleicht könne man sogar Anzeichen der frühesten vulkanischen Aktivität im Sonnensystem finden, so der Planetenforscher.

Forschung: Christopher T. Russell, Institute of Geophysics and Planetary Physics, University of California, Los Angeles; Fabrizio Capaccioni, Instituto Nazionale di Astrofisica, Rom; Ulrich Christensen, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Katlenburg-Lindau; und andere

WWW:
Dawn, NASA
(4) Vesta
How Planets Form

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