Posted in: Sterne 12. Oktober 2011 14:32 Weiter lesen →

Braune Zwerge im Dutzend

Bild zeigt bläulich leuchtende Wolken vor schwarzem Hintergrund, einige Lichtpunkte mit weißen und gelben Kreisen markiert Ein extrem leichtes Objekt aus der Grauzone zwischen Planeten und Sternen hat eine internationale Astronomengruppe entdeckt. In zwei nahe gelegenen Sternansammlungen in der Milchstraße fanden die Forscher eine Vielzahl Brauner Zwerge, von denen einer nur etwa sechs Mal so viel Masse besitzt wie Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem.

Die im Rahmen der SONYC-Beobachtungskampagne (gelb) und bereits früher (weiß) in NGC 1333 entdeckten Braunen Zwerge. Bild: SONYC Team/Subaru Telescope

Braune Zwerge sind Gasbälle ähnlich der Sonne. Allerdings strahlen sie nicht aus eigener Kraft, da es ihnen an Masse fehlt. Die neu entdeckten Exemplare kreisten nicht etwa um „echte“ Sterne, sondern zögen ungebunden durch das All, erläutert Ray Jayawardhana von der Universität Toronto: „Unsere Beobachtungen sprechen für die Ansicht, dass Objekte, die nicht viel größer sind als der Jupiter, auf die gleiche Weise entstehen können wie ein Stern.“

Jayawardhana und Kollegen nutzten das japanische Subaru-Teleskop auf Hawaii und eines der europäischen Großteleskope in Chile, um zwei sehr junge Sternhaufen in der Milchstraße zu studieren. Bei ihren Beobachtungen im sichtbaren und infraroten Licht fanden sie insgesamt 15 Objekte, die vergleichsweise kühl sind und deren Masse teils weit unterhalb der Minimalmasse für Sterne von knapp 80 Jupitermassen liegt.

Fünf dieser mutmaßlichen Braunen Zwerge liegen in einer Sternentstehungsregion nahe des Doppelsterns Rho Ophiuchi. Die übrigen zehn, darunter auch das extreme Leichtgewicht, gehören zu dem Sternhaufen NGC 1333. Offenbar komme in diesem nur etwa eine Million Jahre alten Sternhaufen ein Brauner Zwerg auf zwei Sterne, erläutert Jayawardhanas Kollegin Koraljka Muzic. Dieses hohe Zahlenverhältnis lasse vermuten, dass die Entstehung von Braunen Zwergen auch eine Frage der Bedingungen in der jeweiligen Region des Alls sei.

Forschung: Koraljka Muzic und Ray Jayawardhana, Department of Astronomy and Astrophysics, University of Toronto, Toronto; Alexander Scholz, School of Cosmic Physics, Dublin Institute for Advanced Studies, Dublin; Motohide Tamura, National Astronomical Observatory of Japan, Mitawa; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal (im Erscheinen); Preprints arXiv:1110.1639 und arXiv:1110.1640

WWW:
Astronomy and Astrophysics, University of Toronto
School of Cosmic Physics, Dublin Institute for Advanced Studies
Brown Dwarf

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Viele einsame Planeten
Braune Zwerge im Entstehen

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