Posted in: Planeten 18. November 2011 14:03 Weiter lesen →

Viel Bewegung auf dem Mars

Graustufenbild zeigt Blick auf eine große, s-förmig geschwungene Düne mit zahlreichen Rippelmarken auf ihrer Oberfläche Der Wind auf dem Mars ist stark genug, um selbst große Dünen in Bewegung zu halten. Das belegen Aufnahmen, die eine Sonde aus der Umlaufbahn um den roten Planeten geschossen hat. Ungeachtet der dünnen Atmosphäre bringen es einige Dünen demnach auf Geschwindigkeiten von mehreren Metern pro Jahr.

Bild: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Ariz./JHUAPL

„Entweder sind Windstöße auf dem Mars häufiger oder der Wind vermag größere Mengen von Sand zu transportieren als bislang angenommen“, erklärt Nathan Bridges von der Johns Hopkins University. In jedem Fall habe man die Rolle des Winds bei der Gestaltung der heutigen Marsoberfläche unterschätzt, folgern der Forscher und seine Kollegen. Zum gleichen Schluss kommt eine zweite Forschergruppe um Lori Fenton vom kalifornischen SETI Institute.

Die Atmosphäre des Mars ist um den Faktor 150 dünner als die der Erde. Zwar sind auf dem roten Planeten immer wieder große Wolken aus feinem Staub beobachtet worden. Messungen von Landegeräten, Tests im Windkanal und Computermodelle hatten jedoch vermuten lassen, dass der Wind auf dem Mars nur selten genügend schnell weht, um größere Sandkörner im nennenswerten Maß zu mobilisieren. Rasche Veränderungen an Dünen und anderen Strukturen waren daher durch alternative Mechanismen erklärt worden – etwa die Destabilisierung von Hängen durch sich verflüchtigendes Trockeneis.

Diese Ansicht muss revidiert werden, fanden die beiden Forschergruppen bei der systematischen Analyse von Aufnahmen, die die Sonde Mars Reconnaissance Orbiter über mehrere Jahre angefertigt hat. Die hochauflösenden Bilder zeigen, dass sich größere Dünen und kleinere Rippelmarken in vielen der wiederholt abgelichteten Gebiete um einige Dezimeter bis Meter verlagert haben.

Allerdings gibt es auch Regionen ohne sichtbare Veränderungen. Möglicherweise seien die Sandkörner dort besonders groß, so Bridges, vielleicht hafteten sie aber auch aneinander. Bei den Dünen in diesen Regionen könnte es sich daher um Relikte aus einer Zeit handeln, als der Mars eine dichtere Atmosphäre besessen habe.

Forschung: Simone Silvestro und Lori K. Fenton, Carl Sagan Center, SETI Institute, Mountain View; Nathan T. Bridges und Bradley J. Thomson, Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory, Laurel; Paul E. Geissler, US Geological Survey, Flagstaff; und andere

Veröffentlichung Geology, DOI 10.1130/G32373.1, und Geophysical Research Letters, Vol. 38, L20201, DOI 10.1029/2011GL048955

WWW:
Applied Physics Laboratory, Johns Hopkins University
SETI Institute
Das äolische System
Sand Seas of the Solar System
HiRISE, University of Arizona

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