Posted in: Kosmos, Sterne 11. Januar 2012 19:00 0 Kommentare Weiter lesen →

Supernova: Alte Sterne lassen es krachen

Teleskopbild zeigt leicht wellige, schemenhafte rötliche Kugelschale vor sternbesetztem Hintergrund Ausgebrannte Sterne sind, wenn sie sich zusammentun, noch immer für eine gewaltige Explosion gut. Diese Vermutung bekräftigen Beobachtungen zweier amerikanischer Astronomen. Eine Supernova, die sich vor etwa 400 Jahren in einer Nachbargalaxie der Milchstraße ereignete, geht demnach auf zwei Weiße Zwerge zurück. Indem Materie von einem der beiden Zwerge auf den anderen fiel, erreichte dieser eine Masse, bei der er unter seinem eigenen Gewicht in sich zusammensackte.

Die bei dem jähen Kollaps freigesetzte Energie dürfte so groß gewesen sein, dass die Supernova vorübergehend ähnlich hell wie die gesamte Galaxie strahlte, erläutert Bradley Schaefer von der Louisiana State University. Heute ist die einzige erkennbare Spur des Ereignisses eine Front aus Gas und Staub, die sich in Form einer großen Kugelschale im Raum ausbreitet, berichten der Forscher und seine Kollegin Ashley Pagnotta im Magazin „Nature“.

Die Supernova ereignete sich in der Großen Magellanschen Wolke, rund 160.000 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Astronomen zählen sie zu einem Typ, der wahrscheinlich stets die gleiche Helligkeit erreicht und daher zur Entfernungsbestimmung im Kosmos genutzt wird. Umso wichtiger ist die Klärung der Frage, auf welche Paare von Vorläufersternen diese Typ-Ia-Supernovae zurückgehen.

Schaefer und Pagnotta nutzten Aufnahmen der Weltraumteleskope Hubble und Chandra, um den Supernovarest SNR 0509-67.5 in der Großen Magellanschen Wolke eingehend zu studieren. Die beiden Astronomen vermaßen die 23 Lichtjahre große Gas- und Staubschale im roten Wasserstoffleuchten und im Röntgenlicht, um deren Mittelpunkt zu bestimmen. Dann fahndeten sie in einem großzügig abgesteckten Bereich um diesen Punkt nach leuchtenden Sternen – ohne Erfolg.

Obwohl Hubble die nötige Empfindlichkeit beinahe um den Faktor 50 übertrifft, finden sich in der Nähe des Ursprungsorts der Supernova weder Riesensterne noch kleinere Sterne, die Materie auf einen Weißen Zwerg übertragen und seinen Kollaps auslösen hätten können. Gemäß der Logik eines Sherlock Holmes „muss, wenn man alle anderen möglichen Modelle ausgeschlossen hat, das verbleibende Modell der Wahrheit entsprechen“, so Schaefer. Daher komme in diesem Fall nur ein zweiter Weißer Zwerg als Materiespender infrage.

Forschung: Bradley E. Schaefer und Ashley Pagnotta, Department of Physics and Astronomy, Louisiana State University, Baton Rouge

Veröffentlichung Nature, Vol. 481, 12. Januar 2012, pp 164–6, DOI 10.1098/nature10692

WWW:
Physics and Astronomy, Louisiana State University
The Rippled Red Ribbons of SNR 0509-67.5
Supernovae
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Fruchtlose Supernova

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