Posted in: Exoplaneten 19. Juli 2012 04:00 Weiter lesen →

Astronomen finden heißen Zwerg

Grafik zeigt kleinen dunklen Planet, dicht vor seinem hellen Stern stehend, dessen Scheibe teils bedeckend Eher zufällig sind amerikanische Astronomen auf einen kleinen Planeten gestoßen, auf dem höllische Bedingungen herrschen dürften. Die nicht allzu ferne Welt ist wahrscheinlich deutlich kleiner als die Erde und rast im Abstand von nur wenigen Millionen Kilometern um ihren Stern. Ihre Oberfläche ist daher wohl viele Hundert Grad Celsius heiß.

Grafik: NASA/JPL-Caltech

„Dieser Planet könnte sogar von Magma bedeckt sein“, erklärt Joseph Harrington von der University of Central Florida. Der Astronom und sein Kollege Kevin Stevenson machten ihre Entdeckung, als sie einen 33 Lichtjahre entfernten Stern mit dem Weltraumteleskop Spitzer beobachteten.

Bei dem Stern mit der Bezeichnung GJ 436 war bereits früher ein großer Planet mit rund 24 Erdmassen entdeckt worden, vergleichbar dem Neptun im Sonnensystem. Dieser Riesenplanet zieht durch die Sichtlinie zur Erde und verdunkelt seinen Stern dabei regelmäßig. Neben diesen planmäßigen Mini-Sternfinsternissen fanden die Forscher zu ihrer Verblüffung weitere Helligkeitsabfälle, die einem schnelleren Takt folgen und die auf die Anwesenheit eines zweiten Planeten hindeuten.

Gemessen an der Tiefe, Dauer und Häufigkeit der Helligkeitsabfälle, hat der UCF-1.01 getaufte Neuling nur etwa zwei Drittel des Erddurchmessers. Zudem rast er alle 1,4 Erdtage auf einer kaum 3 Millionen Kilometer engen Bahn um sein Zentralgestirn. Zum Vergleich: Die Erde hält einen Abstand von etwa 150 Millionen Kilometern von der Sonne.

Die genaue Masse des heißen Zwergs und damit die Dichte als Anhaltspunkt für seine Zusammensetzung dürften allerdings schwerlich zu bestimmen sein. Da der kleine Planet bei seinem Umlauf nur schwach an seinem Zentralgestirn zerrt, lässt sich die resultierende Doppler-Verschiebung im Spektrum des Sternenlichts mit derzeitigen Instrumenten nicht nachweisen.

Forschung: Kevin Stevenson und Joseph Harrington, Department of Physics, University of Central Florida, Orlando; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal (im Erscheinen)

WWW:
Planetary Sciences Group, University of Central Florida
Spitzer Space Telescope

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Exoplaneten vom Format der Erde

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