Posted in: Sonnensystem, Technik 1. Oktober 2012 19:25 Weiter lesen →

Asteroiden-Hüpfer aus Deutschland

Foto zeigt Männer in Reinraumkleidung, an einem würfelförmigen Chassis mit Modulen hantierend Deutschland beteiligt sich mit einem Hüpf-Roboter an der nächsten japanischen Asteroidenmission. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Vertreter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der japanischen Weltraumbehörde JAXA unterzeichnet. Der kleine Roboter soll die Oberfläche eines Asteroiden aus nächster Nähe erkunden, während sein Mutterschiff Gesteinsproben für den Transport zur Erde sammelt.

Foto: DLR (Creative Commons Attribution 3.0)

Der Roboter mit der Kurzbezeichnung MASCOT („Mobile Asteroid Surface Scout“) soll im Jahr 2014 an Bord der Sonde Hayabusa-2 ins All starten. Ziel der Mission ist der Asteroid 1999 JU3. Der etwa 1 Kilometer große Gesteinsbrocken zieht innerhalb der Umlaufbahn des Mars um die Sonne und kommt dabei der Erdbahn nahe. Für die Forschung ist er auch deshalb interessant, weil er sich seit der Entstehung des Sonnensystems vermutlich kaum verändert hat.

Die Nachfolgerin der erfolgreichen Asteroidensonde Hayabusa soll ihr Ziel im Jahr 2018 erreichen, eine Kartierung des Asteroiden vornehmen und dann MASCOT ausklinken. Nach dem Aufsetzen soll der 10 Kilogramm schwere Roboter über die Oberfläche hüpfen und an mehreren Punkten die Temperatur, Magnetisierung, Zusammensetzung und Feinstruktur des Gesteins registrieren. Dafür nutzt er vier Instrumente, die in Frankreich und Deutschland entwickelt werden.

Hayabusa-2 soll derweil weitere Beobachtungen anstellen, dann Gestein aus dem Asteroiden heraussprengen und dieses zur Erde bringen. Die Messungen von MASCOT stellten die Verbindung her „zwischen den Daten, die die Sonde aus einiger Entfernung zum Asteroiden erfasst, und den Laboranalysen der Proben“, erläutert Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen. Der von Ho und Kollegen entwickelte Hüpf-Roboter wird etwa 16 Stunden kosmische Feldforschung betreiben – falls er sicher ans Ziel gelangt: Bereits die Vorgängersonde Hayabusa hatte einen kleinen Landeroboter an Bord, diesen jedoch so unglücklich ausgeklinkt, dass er im All verloren ging.

Forschung: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin, Braunschweig, Bremen und Köln; TU Braunschweig; Centre National d’Etudes Spatiales, Toulouse

WWW:
DLR-Institut für Raumfahrtsysteme
MASCOT
Hayabusa-2
Bahndiagramm 1999 JU3

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Sonde bringt außerirdische Fracht zur Erde
Sonde landet auf Asteroid
Roboter rollt und springt

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