Posted in: Sonnensystem 13. Dezember 2012 14:05 Weiter lesen →

Kleiner Nil auf Titan

Graustufen-Radarbild zeigt Flusslauf mit trichterförmiger Mündung Einen vertraut wirkenden Flusslauf zeigen neue Radaraufnahmen des Saturnmonds Titan. Der Fluss besteht aus flüssigen Kohlenwasserstoffen, die sich auf ihrem Weg bergab in eine Oberfläche aus steinhart gefrorenem Wasser graben. Des ungeachtet weist sein Verlauf verblüffende Ähnlichkeit mit dem irdischen Nil auf.

Bild: NASA/JPL-Caltech/ASI (Größere Version)

„In dem Flusstal gibt es zwar einige kurze Mäander“, erklärt Jani Radebaugh von der Brigham-Young-Universität im US-Bundesstaat Utah, eine der beteiligten Forscherinnen, „sein vergleichsweise geradliniger Verlauf lässt jedoch vermuten, dass das Tal einer oder mehreren Bruchlinien folgt.“ Vielleicht gingen die Becken der großen Seen auf dem Titan ebenfalls auf solche Brüche zurück, so Radebaugh.

Die Raumsonde Cassini war im Sommer 2004 in die Umlaufbahn um den Saturn eingeschwenkt und studiert seitdem den Ringplaneten mit seinen höchst unterschiedlichen Monden. Besonders faszinierend ist Titan mit seiner dichten Gashülle. Die Bilder der kleinen Landesonde Huygens und die in der Folge von Cassini erstellten Radaraufnahmen haben gezeigt, dass es auf dem größten Saturnmond einen Flüssigkeitskreislauf ähnlich dem irdischen gibt – mit Methan und Ethan anstelle von Wasser, aber mit verblüffend ähnlichen Auswirkungen auf die Gestalt der Oberfläche.

Der neue Flusslauf wurde bei einer Radarabtastung entdeckt, die Cassini im September bei ihrem jüngsten Vorbeiflug an Titan vorgenommen hatte. Er zieht sich über eine Länge von etwa 400 Kilometer quer durch die Nordpolarregion und endet mit einer trichterförmigen Mündung in einem großen, als Kraken Mare bezeichneten See. Aufgrund ihrer glatten Oberfläche erscheinen Fluss und See auf den Radarbildern nahezu schwarz, während das umliegende, raue Gestein schmutzig grau wirkt.

Forschung: Jani Radebaugh, Department of Geological Sciences, Brigham Young University, Provo; und andere

WWW:
Jani Radebaugh, Brigham Young University
Titan: Surface Features
Kraken Mare
Cassini Radar

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