Posted in: Exoplaneten 20. Februar 2013 19:55 Weiter lesen →

Gefunden: Ein Exo-Zwerg

Grafik zeigt graue Gesteinswelt, dem Mond ähnlich, vor sternbesetztem Hintergrund Amerikanische und europäische Astronomen haben wahrscheinlich den ersten Planeten eines anderen Sterns entdeckt, der kleiner ist als seine Vettern im Sonnensystem. Den Berechnungen der Forscher zufolge, bringt es der extrasolare Zwerg auf lediglich 30 Prozent des Durchmessers der Erde – und ist damit ähnlich groß wie der Mond.

Grafik: NASA/Ames/JPL-Caltech

Der Planet mit der Bezeichnung Kepler-37b umkreist seinen Stern alle 13 Tage auf einer Bahn, die nur ein Zehntel so weit ist wie die Erdbahn, ermittelten Thomas Barclay von der US-Weltraumbehörde NASA und seine Kollegen. Daher handle es sich wahrscheinlich „um eine Gesteinswelt, die ähnlich wie der Merkur weder Wasser noch eine Atmosphäre besitzt“, folgern die Forscher im Magazin „Nature“.

Seit 1995 sind mehr als 800 Planeten ferner Sterne entdeckt worden. Viele dieser Welten sind Gasriesen, die um ein Vielfaches mehr Masse besitzen als der Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem. Sollten die neuen Beobachtungen durch weitere Untersuchungen bestätigt werden, haben Barclay und Kollegen nun erstmals einen Planeten aufgespürt, der den vertrauten Rahmen des Sonnensystems zu niedrigeren Massen hin durchbricht.

Grafik zeigt Kepler-37b und andere Exoplaneten eingereiht zwischen Mond und Erde Grafik: NASA/Ames/JPL-Caltech

Kepler-37b umkreist einen Stern, der rund 215 Lichtjahre von der Sonne entfernt und deutlich kleiner und kühler als diese ist. Der Stern liegt in der Nähe des Sternbilds Schwan und zählt zu jenen fast 150.000 Sternen, die von dem Weltraumteleskop Kepler auf Helligkeitsschwankungen untersucht werden. Treten solche Schwankungen regelmäßig auf, rühren sie vermutlich von Planeten her, die auf ihrer Umlaufbahn durch die Sichtlinie zur Erde ziehen und ihren Stern dabei kurzzeitig abschatten.

In Fall von Kepler-37 treten solche Miniatur-Sternfinsternisse sogar in drei verschiedenen Rhythmen auf, fanden Barclay und Kollegen. Neben dem extrasolaren Zwerg dürfte es in dem fernen System daher noch zwei weitere Planeten geben. Zwar halten sie etwas mehr Abstand von ihrem Gestirn als ihr Vetter und sind nicht ganz so winzig wie dieser. Mit ungefähr 75 bzw. 200 Prozent des Erddurchmessers zählen sie aber immer noch zu den kleinsten der bislang entdeckten Planetenkandidaten.

Forschung: Thomas Barclay und Susan E. Thompson, NASA Ames Research Center, Moffett Field, und SETI Institute, Mountain View; Lars A. Buchhave, Niels Bohr Institutet und Center for Stjerne og Planet Dannelse, Københavns Universitet; und andere

Veröffentlichung Nature, 20. Februar 2013, DOI 10.1038/nature11914

WWW:
Kepler Space Telescope
Extrasolar Planets Encyclopaedia

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Astronomen finden heißen Zwerg
Exoplaneten vom Format der Erde

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