Posted in: Sterne 11. März 2013 19:24 Weiter lesen →

Neue Nachbarn im All

Bild zeigt hell orange-rote Kugel, Ausschnittvergrößerung zwei kleinere Kugeln vor schwarzem Hintergrund Die Entdeckung neuer Nachbarn der Sonne vermeldet ein amerikanischer Astronom. Das von ihm aufgespürte System besteht aus zwei Braunen Zwergen und ist nur etwa 6,5 Lichtjahre von der Sonne entfernt – lediglich vier bekannte Sterne liegen noch näher.

Bild: NASA/JPL/Gemini Observatory/AURA/NSF

Das System am südlichen Sternhimmel stelle ein besonders interessantes Objekt für die Forschung dar, erklärt Kevin Luhman von der Pennsylvania State University: „Seine große Nähe macht es besonders einfach, dort eventuelle Planeten zu finden, die einen der Braunen Zwerge umkreisen.“ Der Forscher präsentiert seinen Fund demnächst im Fachblatt „Astrophysical Journal Letters“.

Luhman gelang seine Entdeckung bei einer systematischen Fahndung in den Datenarchiven der WISE-Mission. Der Satellit war Ende 2009 gestartet worden und hatte in den folgenden 13 Monaten den gesamten Himmel mehrmals mit seinen hochempfindlichen Infrarotsensoren kartiert.

Grafik mit konzentrischen Entfernungs-Kreisen zeigt die nächsten Nachbarn der Sonne Derzeit ist noch unklar, ob Proxima Centauri ein Dreifachsystem mit dem Doppelstern Alpha Centauri bildet. Grafik: Janella Williams, Penn State University

Mit Computerhilfe suchte der Forscher unter allen von WISE erfassten Objekten nach solchen, die ihre Position von einer Kartierung zur nächsten besonders stark verändert hatten – und somit nahe an der Sonne stehen dürften. Das so aufgespürte Objekt trägt nach seinen Koordinaten am Himmel die Bezeichnung WISE J104915.57-531906 und liegt im Sternbild Segel des Schiffs (Vela). Anhand seiner rekonstruierten Bewegung über den Sternhimmel ließ es sich nachträglich auch auf bis zu 25 Jahre alten Teleskopaufnahmen identifizieren.

Weitere Beobachtungen mit dem Gemini-Großteleskop in Chile ergaben, dass es sich bei dem Infrarotobjekt tatsächlich um ein Paar Brauner Zwerge handelt. Diese Gasbälle verfügen nicht über die nötige Masse, um in ihrem Innern dauerhaft Energie durch die Verschmelzung von Atomkernen freizusetzen. Daher sind sie keine hell strahlenden Sterne, sondern verglimmen nach ihrer hitzigen Entstehung allmählich.

Forschung: Kevin L. Luhman, Department of Astronomy and Astrophysics und Center for Exoplanets and Habitable Worlds, Pennsylvania State University, University Park

Veröffentlichung Astrophysical Journal Letters (im Erscheinen)

WWW:
Astronomy and Astrophysics, Pennsylvania State University
Brown Dwarfs
Atlas of the Universe: The Nearest Stars
WISE, NASA

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