Posted in: Exoplaneten 18. April 2013 22:06 Weiter lesen →

Entdeckt: Potenziell lebensfreundliche Welten

Grafik zeigt Kepler-62e und f als wolkige Gesteinsplaneten neben der blauen Erde Die Entdeckung zweier Welten, auf denen möglicherweise lebensfreundliche Bedingungen herrschen, vermeldet eine internationale Astronomengruppe. Mithilfe des Weltraumteleskops Kepler ermittelten die Forscher, dass ein Stern im Sternbild Leier von nicht weniger als fünf Planeten umkreist wird. Auf den äußeren beiden dieser Exoplaneten könnte es flüssiges Wasser geben.

Bild: NASA Ames/JPL-Caltech

Die neu entdeckten Planeten finden sich im System Kepler-62, dessen Zentralgestirn kleiner und älter ist als die Sonne. Auf ihrer Bahn kreuzen sie regelmäßig die Sichtlinie zur Erde, sodass der Stern vorübergehend etwas dunkler zu leuchten scheint. Anhand dieser Miniatur-Sternfinsternisse konnten die Forscher um William Borucki von der US-Weltraumbehörde NASA die fünf Planeten aufspüren und ihren Durchmesser bestimmen.

Seit dem Jahr 2009 fahndet das Weltraumteleskop Kepler bei mehr als 100.000 Sternen in einem Himmelsausschnitt zwischen Leier und Schwan nach Helligkeitsveränderungen, die auf Planeten hindeuten. Mit den neuen Exoplaneten verlängert sich die ohnehin beachtliche Fundliste des Teleskops und enthält nun mit Kepler-62e und Kepler-62f die zwei erdähnlichsten Exoplaneten, die bislang entdeckt worden sind.

Kepler-62e ist gut 60 Prozent größer als die Erde und empfängt etwa 20 Prozent mehr Strahlungsenergie von seinem Stern. Kepler-62f ist dagegen etwa 40 Prozent größer als die Erde und empfängt 60 Prozent weniger Strahlungsenergie, schätzen Borucki und Kollegen, darunter auch Lisa Kaltenegger vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie. Den Berechnungen der Forscherin zufolge, könnten beide Planeten grundsätzlich innerhalb der lebensfreundlichen Zone von Kepler-62 liegen.

Ob es auf einem Planeten flüssiges Wasser geben kann, hängt allerdings nicht nur von der eingestrahlten Energie ab, sondern auch von seiner Zusammensetzung. Da die Masse der neuen Exoplaneten noch nicht bestimmt werden konnte, sind die Forscher aber selbst bei der Frage nach Gasplanet oder Gesteinsplanet auf Analogien zu Planeten anderer Sterne angewiesen.

Demnach könnte es sich bei Kepler-62e und Kepler-62f durchaus um terrestrische Planeten mit nicht allzu ausgedehnter Atmosphäre handeln. Gewissheit über die Natur der beiden Exoplaneten könnten letztlich nur weitere Beobachtungen geben, betonen Borucki, Kaltenegger und Kollegen. „Solange keine entsprechenden Atmosphärenspektren vorliegen, können wir nicht bestimmen, ob sie tatsächlich lebensfreundlich sind.“

Forschung: William J. Borucki, NASA Ames Research Center, Moffett Field; Eric Agol, Department of Astronomy, University of Washington, Seattle; François Fressin und Lisa Kaltenegger, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge, und Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg; Justin R. Crepp, Department of Physics, University of Notre Dame; und andere

Online-Veröffentlichung Science, 18. April 2013, DOI 10.1126/science.1234702

WWW:
Kepler, NASA
Characterizing Extrasolar Planets, Max-Planck-Institut für Astronomie
The Habitable Zone
Habitable Exoplanets Catalog

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Mehr Spielraum für lebensfreundliche Welten
Gliese 581 sendet nicht
Weniger Spielraum für ferne Erden

Posted in: Exoplaneten
Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (9 Bewertungen, im Schnitt 4,44 von 5)
Loading...

Drucken Drucken


Die Kommentare sind geschlossen.