Posted in: Planeten 6. August 2013 22:00 Weiter lesen →

Einschlägige Hangrutsche auf dem Mars

Bild zeigt Blick auf tiefen Krater mit hohem Kraterrand, darum ein doppelter Kragen aus Auswurfmaterial Mächtige Eisschichten sind der Grund für die besondere Form mancher Krater auf dem Mars. Ein entsprechendes Erklärungsmodell haben amerikanische Planetenforscher entwickelt. Indem sich bei einem Einschlag in vereistes Terrain ein Kraterrand emporhob, kam die frische Auswurfdecke aus Eis und Gestein an seinen Flanken erneut ins Rutschen. Das Resultat sind Krater, die von einer Doppelschicht aus Auswurfmaterial umgeben sind.

Bild: NASA

Solche Krater mit einer äußeren und einer darauf liegenden inneren Auswurfdecke waren bereits auf den Bildern der Viking-Sonden in den 70er-Jahren aufgefallen. „Wir haben nun erstmals ein Modell für die Entstehung dieser Krater, das mit einer großen Vielfalt an Beobachtungen in Einklang steht“, ist David Weiss von der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island überzeugt. Der Student und sein Arbeitsgruppenleiter James Head stellen ihre Arbeit in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“ vor.

Weiss und Head stützen ihr Modell auf die Tatsache, dass sich die mehr als 600 bekannten Krater mit doppelter Auswurfdecke in zahlreichen Punkten von anderen Kratern unterscheiden. So liegen sie in den mittleren Breiten des Mars, die in früheren Zeiten von einer schätzungsweise bis zu 50 Meter dicken Eisschicht bedeckt waren. Lediglich die innere Auswurfdecke weist zudem radiale, vom Kraterrand nach außen verlaufende Furchen auf, wie sie auch bei irdischen Hangrutschen zu beobachten sind. Hinzu kommt, dass doppelte Auswurfdecken fast ausschließlich bei Kratern mit höchstens 25 Kilometern Durchmesser vorkommen, deren Rand ein verhältnismäßig steiles Gefälle aufweist.

Laut den beiden Forschern kann ihr Modell darüber hinaus das Fehlen von Sekundärkratern erklären. Solche kleinen Begleitkrater gehen auf große Brocken von Auswurfmaterial zurück, die in der Umgebung des Primärkraters einschlagen. Liegt diese Umgebung allerdings unter einer mächtigen Eisdecke, sollten mit dem Schmelzen oder Verflüchtigen des Eises auch die kleinen, flachen Sekundärkrater wieder verschwinden.

Forschung: David K. Weiss und James W. Head, Department of Geological Sciences, Brown University, Providence

Veröffentlichung Geophysical Research Letters, DOI 10.1002/grl.50778

WWW:
Planetary Geosciences, Brown University
Glaciers on Mars
Rampart Crater

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Marskrater mit Eisstrom

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