Posted in: Planeten 20. August 2013 14:42 Weiter lesen →

Frei geborene Planeten

Bild zeigt in rot-goldenen Farbtönen den leuchtenden Rosettennebel, Einschub einige Gasfetzen als dunkelbraune Objekte vor tiefblauem Hintergrund Nicht alle Planeten waren einmal Begleiter eines Sterns. Neue Belege für diese Vermutung liefern Beobachtungen schwedischer und finnischer Astronomen. In einer großen Gaswolke in der Milchstraße finden sich demnach zahlreiche kleine Gasfetzen, die unter ihrer eigenen Schwerkraft zu Objekten von bestenfalls einigen Jupitermassen kollabieren könnten.

Bild: Canada-France-Hawaii Telescope/2003 and ESO/M. Mäkelä

Allein in der studierten Wolke, dem Rosettennebel, gebe es mehrere Hundert von solchen kleinen, aber dichten Gasansammlungen, erklärt Gösta Gahm von der Universität Stockholm. Durch den Strahlungsdruck der Sterne in ihrer Umgebung beschleunigt, könnten daraus einmal frei durch das All vagabundierende Planeten hervorgehen, schreiben der Forscher und seine Kollegen im Fachblatt „Astronomy & Astrophysics“.

Gahm und Kollegen nutzten Radio- und Infrarotteleskope in Schweden und Chile, um den Rosettennebel zu studieren. Diese große Gas- und Molekülwolke ist rund 4.600 Lichtjahre von der Sonne entfernt und wird durch die intensive Strahlung junger Sterne in ihrem Innern zum Leuchten angeregt. Vor diesem glimmenden Hintergrund zeichnen sich zahlreiche dunkle Gasfetzen ab. Anhand ihrer Beobachtungen konnten die Forscher nun die Masse und Dichte von 16 dieser Objekte bestimmen. Zudem fanden sie, dass die kompakten Gebilde mit Geschwindigkeiten von bis zu 22 Kilometern pro Sekunde aus dem Rosettennebel herausstreben.

Allein in der Milchstraße könnte es Abermilliarden interstellarer Objekte von Planetengröße geben, schätzen manche Astronomen. Bislang sah man in solchen Vagabunden meist Planeten, die in der Umgebung eines Sterns entstanden, dann aber aus dessen Schwerkraftgriff gelöst worden sind. Nach Ansicht Gahms und seiner Kollegen sprechen ihre Beobachtungen und die Tatsache, dass in Galaxien immer wieder Gaswolken wie der Rosettennebel erstrahlen und vergehen, für ein alternatives Szenario: Viele der planetengroßen Vagabunden könnten bereits im freien Raum geboren worden sein.

Forschung: Gösta F. Gahm, Stockholms observatorium, Institutionen för astronomi, Stockholms universitet; Carina M. Persson, Onsala rymdobservatorium, Chalmers Tekniska Högskola, Onsala; Minja M. Mäkelä und Lauri K. Haikala, Fysiikan laitos, Helsingin yliopisto, und Suomen ESO-keskus, Turun yliopiston, Piikkiö

Veröffentlichung Astronomy & Astrophysics, Vol. 555, A57, DOI 10.1051/0004-6361/201321547; Preprint arXiv:1305.2485

WWW:
Department of Astronomy, Stockholm University
Onsala Space Observatory, Chalmers University of Technology
Rogue Planet
The Rosette Nebula

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