- Scienceticker Astro - http://astronomie.scienceticker.info -

Marsrover findet kein Methan

Collage zeigt PKW-großen, 6-rädrigen Rover mit Instrumenten- und Kameraarmen in staubig-braunem Terrain, ockerfarbener Himmel [1] Einen Dämpfer müssen Hoffnungen auf rege Aktivität auf dem Mars hinnehmen. Wie amerikanische Forscher berichten, hat der Marsrover Curiosity im ersten Jahr seit seiner Landung nicht einmal Spuren von Methan entdecken können. Damit widersprechen die Messungen vor Ort früheren Berichten über beträchtliche Freisetzungen des Gases, wie sie auf geochemische oder gar biochemische Prozesse hindeuten könnten.

Ein Selbstporträt von Curiosity, erstellt aus mehreren Einzelaufnahmen, aus denen der Kameraarm herausgeschnitten wurde. Bild: NASA/JPL-Caltech/Malin Space Science Systems

„Bis heute haben wir keinen Nachweis von Methan erzielt“, schreiben die Forscher um Christopher Webster vom kalifornischen Jet Propulsion Laboratory im Magazin „Science“. Selbst bei optimistischer Interpretation der Schwankungen über 6 Messtage könne der Volumenanteil von Methan in der Marsatmosphäre höchstens 1,3 Milliardstel betragen. Statistisch gesehen sei das Messresultat aber nicht von null unterscheidbar.

Dieses nüchterne Fazit steht im Gegensatz zur Aufregung, die Beobachtungen mit irdischen Teleskopen und Sonden in der Marsumlaufbahn in den letzten Jahren verursacht hatten. Demnach sollte der Volumenanteil von Methan bei mindestens 7 und zeitweise sogar bei 45 Milliardstel (ppbv) liegen. Als mögliche Erklärungen waren Meteoriteneinschläge, die hydrothermale Umwandlung des Minerals Olivin in Serpentin und nicht zuletzt mikrobielle Aktivität in feuchtwarmen Oasen unter der Planetenoberfläche genannt worden.

Grafik zeigt weitgehend blau eingefärbten Mars, einige grün bis rot eingefärbte Flecken markieren erhöhte Methankonzentrationen Teleskopaufnahmen im Jahr 2003 hatten auf regionale Freisetzungen erheblicher Methanmengen schließen lassen. Grafik: Trent Schindler/NASA

Die Vor-Ort-Messungen mit dem Tunable Laser Spectrometer (TLS) von Curiosity und die Fernbeobachtungen ließen sich schwerlich in Einklang bringen, so Webster und Kollegen weiter. Einerseits seien Hypothesen über einen raschen Abbau des Gases in der Atmosphäre derzeit nicht belegt. Andererseits sollte die Gashülle des Planeten so gut und rasch durchmischt werden, dass die Rover-Messungen in 1 Meter Höhe ähnliche Werte lieferten wie die Erfassung der gesamten Luftsäule mit Teleskopen und Sonden. Die neuen Resultate „senken die Wahrscheinlichkeit für methanogene mikrobielle Aktivität auf dem Mars ganz erheblich“, folgern die Forscher.

Forschung: Christopher R. Webster und Gregory J. Flesh, Jet Propulsion Laboratory, California Institute of Technology, Pasadena; Paul R. Mahaffy, NASA Goddard Space Flight Center, Greenbelt; und andere

Online-Veröffentlichung Science, 19. September 2013, DOI 10.1126/science.1242902 [2]

WWW:
Science Division, Jet Propulsion Laboratory [3]
Curiosity – Mars Science Laboratory [4]
Sample Analysis at Mars (SAM) [5]
Atmosphere of Mars: Methane [6]
Methan auf dem Mars deutet nicht auf Leben [7]

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Mars-Methan ist hausgemacht [8]
Rätselhaftes Mars-Methan [9]