Posted in: Galaxien, Kosmos 23. Oktober 2013 19:00 Weiter lesen →

Entdeckt: Eine der ersten Galaxien

Bild zeigt mit hellen Objekten besetzen Nachthimmel, Einschubvergrößerung eine rötlich glimmende Galaxie Einen neuen Kandidaten für die früheste bekannte Galaxie hat eine internationale Forschergruppe entdeckt. Das Licht der Galaxie wurde lediglich 700 Millionen Jahre nach dem Urknall ausgesandt, als das Universum nur ein Zwanzigstel seines heutigen Alters von knapp 13,8 Milliarden Jahren aufwies.

Bild: V. Tilvi (Texas A&M), S. Finkelstein (UT Austin), The CANDELS Team, and HST/NASA

Zu diesem frühen Zeitpunkt bildete die Galaxie in rasanter Folge neue Sterne und wies bereits einen beträchtlichen Gehalt schwerer Elemente auf, berichten die Astronomen um Steven Finkelstein von der Universität von Texas im Magazin „Nature“. Angesichts der geringen Zahl von lediglich 43 untersuchten Galaxien komme dieser Fund sehr unerwartet, schreiben die Forscher. „Daher steht zu vermuten, dass es im frühen Universum mehr Stätten intensiver Sternentstehung gab als bislang angenommen.“

Finkelstein und seine Kollegen nutzten für ihre Fahndung nach frühen Galaxien eines der großen Keck-Zwillingsteleskope auf Hawaii. Dort nahmen die Forscher mit einem besonders empfindlichen Infrarot-Spektrometer mehrere Galaxien ins Visier, die bei einer Durchmusterung mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgefallen waren. Eine dieser Galaxien, nahe dem Sternbild Großer Bär gelegen, stach durch ihre besonders große Rotverschiebung hervor.

Das Licht dieser Galaxie mit der technischen Bezeichnung „z8_GND_5296“ war so lange bis zu den irdischen Teleskopen unterwegs, dass es währenddessen durch die fortwährende Ausdehnung des Raums um das 7,5-Fache gedehnt wurde. Die typische Strahlung energetisch angeregter Wasserstoffatome, ursprünglich mit einer Ultraviolett-Wellenlänge von 122 Nanometern ausgesandt, ist nun bei einer Infrarot-Wellenlänge von 1.034 Nanometern nachweisbar.

Bereits im Jahr 2010 hatten französische Forscher, ebenfalls in „Nature“, über eine Galaxie berichtet, die mit einer Rotverschiebung von 8,5 sogar noch weiter entfernt und damit früher sichtbar sein sollte als der nun vorgestellte Kandidat. Anderen Forschern war es in der Folge jedoch nicht gelungen, diese Beobachtung zu rekapitulieren. Ein Hinweis auf die frühere Arbeit findet sich in dem neuen Artikel nicht. Die Zeitschrift bringt ihn lediglich im „ergänzenden Material“, das online separat abzurufen ist.

Forschung: Steven L. Finkelstein, Department of Astronomy, University of Texas, Austin; Casey Papovich, Mitchell Institute for Fundamental Physics and Astronomy, Texas A&M University, College Station; Steven P. Willner, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge; und andere

Veröffentlichungen Nature, 23. Oktober 2013, DOI 10.1038/nature12657; MNRAS, Vol. 430, pp 3314–9, DOI 10.1093/mnras/stt132; Nature, Vol. 467, pp 940–2, DOI 10.1038/nature09462

WWW:
Homepage Steven Finkelstein, University of Texas at Austin
Timeline of the Universe
Rotverschiebung und Expansion
MOSFIRE, Keck Telescope

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Frühe galaktische Ruheständler
Frühe Galaxie im kosmischen Nebel

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