Posted in: Exoplaneten 4. November 2013 21:00 Weiter lesen →

Optimistische Astronomen: 5 Sonnen, 1 Erde

Grafik zeigt gelben Stern und 3 Planeten auf - von innen nach außen - rot, grün und blau markierten Umlaufbahnen Erdähnliche Planeten mit lebensfreundlichen Bedingungen sind im All an der Tagesordnung. Zu diesem optimistischen Schluss gelangen amerikanische Astronomen nach einer weitgehend automatisierten Analyse von Teleskopdaten. Auf Basis ihrer Resultate schätzen sie, dass im günstigsten Fall jeder 5. sonnenähnliche Stern einen Planeten vom Format der Erde haben könnte, dessen Umlaufbahn zudem das Vorhandensein flüssigen Wassers gestattet.

Bild: Courtesy of Erik A. Petigura

Der nächste Stern mit einer solchen Welt könnte in einer Entfernung von lediglich 12 Lichtjahren liegen, erklärt Erik Petigura von der Universität Berkeley. „Mit bloßem Auge wäre er durchaus sichtbar“, so der Doktorand des renommierten Planetenjägers Geoffrey Marcy. Dieses Ergebnis sollte der amerikanischen Weltraumbehörde NASA helfen, finanzielle Mittel für weitere Missionen zu erlangen, hoffen die Forscher.

Petigura, Marcy und dessen ehemaliger Mitarbeiter Alan Howard nutzten für ihre Studie Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops Kepler. Das Teleskop hat bis vor Kurzem mehr als 140.000 Sterne nahe des Sternbilds Schwan auf regelmäßige Helligkeitsschwankungen untersucht, wie sie durch die Sichtlinie ziehende Planeten bewirken können.

Fast 43.000 dieser Sterne, die ähnlich leuchtkräftig und heiß sind wie die Sonne, nahmen die Forscher mithilfe eigens entwickelter Suchalgorithmen genauer unter die die Lupe. Ihre Software lieferte Hinweise auf nicht weniger als 603 Planeten, von denen 10 höchstens doppelt so groß sind wie die Erde und bis zu 180 Tage für einen Umlauf um ihr Gestirn benötigen.

Bild des Sternbilds Schwan, darin markiert das Sichtfeld von Kepler Bild: Courtesy of Erik A. Petigura

Um die Trefferquote ihrer Suchsoftware zu überprüfen, wiederholten die Forscher ihre Analyse mit Daten, in die sie gezielt Planetensignaturen eingefügt hatten. Zudem berücksichtigten sie die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Bahn eines Planeten so liegt, dass Kepler überhaupt einen Durchgang erfassen kann. Anhand dieser beiden Faktoren und auf Basis einer statistischen Extrapolation schätzt die Gruppe, dass knapp 6 Prozent und vielleicht sogar 22 Prozent aller sonnenähnlichen Sterne einen erdgroßen Planeten besitzen, der höchstens um den Faktor 4 mehr oder weniger Sonneneinstrahlung empfängt als die Erde.

Die passende Energieeinstrahlung mache aus einem Gesteinsplaneten jedoch nicht automatisch einen Garten Eden, betont Marcy. Beispielsweise könne der Treibhauseffekt einer sehr dichten Atmosphäre die Temperaturen auf Werte treiben, bei denen typische Biomoleküle wie die DNA nicht existieren könnten. „Wir wissen nicht, welche Arten von Planeten und planetarischen Umwelten für Leben geeignet sind“, so der Astronom.

Forschung: Erik Petigura, Andrew Howard und Geoffrey W. Marcy, Astronomy Department, University of California, Berkeley, und Institute for Astronomy, University of Hawaii, Manoa

Veröffentlichung Proceedings of the National Academy of Sciences, DOI 10.1073/pnas.1319909110

WWW:
Astronomy Department, UC Berkeley
Homepage Erik Petigura
Institute for Astronomy, University of Hawaii
The Habitable Exoplanets Catalog
Kepler, NASA

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1 Kommentar zu "Optimistische Astronomen: 5 Sonnen, 1 Erde"

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  1. Merkhahn sagt:

    Toll wäre es natürlich. Aber wie sagte mein Statistikprof immer so schön: Wer extrapoliert, ist selber Schuld!