Posted in: Raumfahrt, Sonnensystem 20. Januar 2014 20:55 Weiter lesen →

Die ESA-Sonde Rosetta hat sich gemeldet

Nach 31 Monaten „Winterschlaf“ ist die ESA-Kometensonde Rosetta planmäßig aufgewacht und hat ihr erstes Funksignal zur Erde gesendet. Die Sonde befindet sich zurzeit auf dem Flug zum fernen Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Diesen soll sie aus nächster Nähe umkreisen, auf ihm ein Landegerät absetzen und den Kometen schließlich noch auf seinem Vorbeiflug an der Sonne begleiten.

Seit ihrem Start vor 10 Jahren ist Rosetta dreimal an der Erde und einmal am Mars vorbeigeflogen, um sich den nötigen Schwung für ihr Reiseziel zu holen. Sie hat auf ihrem Flug bereits die Asteroiden Steins und Lutetia näher beobachten können. Da die Sonde nur mit Solarenergie betrieben wird, wurde sie im Juni 2011 für den sonnenfernsten Teil ihrer Bahn, die mit einer Entfernung von beinahe 800 Millionen Kilometern von der Sonne noch leicht über die Jupiterumlaufbahn hinausging, in einen Schlummermodus versetzt.

Rosetta funkt nach Hause. Grafik: ESA ESA-Sonde Rosetta

Mittlerweile hat sich Rosetta der Sonne wieder auf 673 Millionen Kilometer genähert und kann erneut genügend Sonnenlicht aufnehmen, um voll funktionsfähig zu sein. Ihre vorprogrammierte innere Uhr hat sie heute wieder wie geplant aktiviert. Ihr Signal wurde um 19.18 Uhr deutscher Zeit von der NASA-Bodenstation Goldstone in Kalifornien empfangen. Fred Jansen, ESA-Missionsleiter für Rosetta, zeigte sich „erleichtert, dass unsere Sonde planmäßig aufgeweckt und wieder erreichbar gemacht werden konnte.“ Sein Team muss jetzt wichtige Funktionsüberprüfungen der Sonde vornehmen: Die elf Instrumente des Orbiters und die zehn Instrumente des Landegeräts werden eingeschaltet und auf ihren wissenschaftlichen Betrieb vorbereitet.

„Uns bleiben noch wenige arbeitsintensive Monate, um die Sonde und ihre Instrumente auf ihre lange, anspruchsvolle Beobachtungstätigkeit in unmittelbarer Nähe eines Kometen vorzubereiten, über den wir bis zur tatsächlichen Begegnung mit ihm eigentlich kaum etwas wissen“, sagt Andrea Accomazzo, ESA-Leiter für den Missionsbetrieb von Rosetta.

Rosettas Reiseziel 67P/Tschurjumow-Gerassimenko ist deshalb so interessant, weil Kometen die ursprünglichsten Bausteine des Sonnensystems bilden. Sie haben wahrscheinlich dazu beigetragen, die Erde mit Wasser und vielleicht sogar den Grundbausteinen des Lebens zu versorgen. Erste Aufnahmen des Kometen soll Rosetta im Mai liefern. Zu diesem Zeitpunkt wird die Sonde noch 2 Millionen Kilometer von ihrem Reiseziel entfernt sein. Das 100 Kilogramm schwere Landegerät Philae könnte auf einem Kometen am 11. November abgesetzt werden. Und am 13. August 2015 schließlich wird der Komet in einer Entfernung von etwa 185 Millionen Kilometern seinen sonnennächsten Punkt erreichen – in Begleitung von Rosetta, hoffen die Astronomen der ESA.

WWW:
Rosetta-Seite der ESA
Rosetta-Blog

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