Posted in: Mond 24. Februar 2014 20:41 Weiter lesen →

Rekord-Einschlag auf dem Mond

Videobild zeigt gleißend hellen Punkt auf eher schemenhafter Mondoberfläche Einen ungewöhnlich leuchtkräftigen Einschlag auf dem Mond haben spanische Astronomen im letzten September beobachtet. Ihre Analyse belegt nun, dass das Ereignis heller und länger leuchtete als alle bekannten Pendants. Verursacht wurde es wahrscheinlich durch einen Gesteinsbrocken mit einer Masse von fast einer halben Tonne.

Bild: J. Madiedo/MIDAS

Der zugehörige Lichtblitz war so hell, dass ihn Beobachter auf der Erde durchaus mit bloßem Auge hätten sehen können, berichten die Forscher um José María Madiedo von der Universität Huelva in den „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“. Das gelte umso mehr, als der Einschlag im besonders dunklen Mare Nubium im südwestlichen Quadranten der sichtbaren Mondscheibe stattgefunden habe.

Seit einigen Jahren betreiben Madiedo und Kollegen ein Netzwerk kleinerer Teleskope, mit dem sie nach Einschlägen auf dem Mond fahnden. Am Abend des 11. Septembers 2013 zeichneten gleich zwei dieser Instrumente einen Lichtblitz auf. Die Analyse der Videoaufzeichnungen ergab, dass der Blitz für den Bruchteil einer Sekunde ähnlich hell war wie der vertraute Polarstern. Sein Nachglimmen, vermutlich bedingt durch eine heiße Wolke verdampften Gesteins, konnten die Teleskope noch weitere 8 Sekunden erfassen.

Die bei dem Einschlag freigesetzte Energie dürfte der von 15 Tonnen TNT entsprochen haben, so die Forscher. Wahrscheinlich sei ein sporadisch die Mondbahn kreuzender Meteoroid mit 17 Kilometern pro Sekunde auf das Lavagestein im Mare Nubium geprallt. Der Brocken dürfte eine Masse von 450 Kilogramm und einen Durchmesser von bis zu 1,5 Metern gehabt haben.

Angesichts des Zeitpunkts liege zwar die Vermutung nahe, dass das Objekt zu den Epsilon-Perseiden gehört habe, schreiben die Astronomen. Gemessen an den hellsten Feuerbällen, die dieser Meteorstrom in der Erdatmosphäre hervorbringe, erreichten seine Bestandteile jedoch keinesfalls die nötige Masse.

Neben dem System zur Mondbeobachtung unterhalten Madiedo und Kollegen noch ein weiteres, das Meteore in der Erdatmosphäre registriert. „Auf diese Weise wollen wir Gruppen von Gesteinsbrocken identifizieren, die als Ursache für immer wieder auftretende Einschläge auf beiden Himmelskörpern infrage kommt“, erklärt der Astronom. „Und wir wollen herausfinden, woher diese Einschlagkörper eigentlich stammen.“

Forschung: José M. Madiedo und Jesús Cabrera Caño, Departamento de Física Atómica, Molecular y Nuclear, Universidad de Sevilla, und Facultad de Ciencias Experimentales, Universidad de Huelva; José L. Ortiz und Nicolás Morales, CSIC-Instituto de Astrofísica de Andalucía, Granada

Veröffentlichung Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, DOI 10.1093/mnras/stu08

WWW:
Meteoroides, Meteoros y Meteoritos, José M. Madiedo
Proyecto MIDAS
Impact Cratering
Mare Nubium
Aktivitätsausbruch der Epsilon-Perseiden?

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Einschlag auf dem Mond gefilmt
Meteoroiden-Einschlag auf dem Mond beobachtet

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