Posted in: Raumfahrt, Sonnensystem 6. August 2014 11:31 Weiter lesen →

Rosetta hat ihren Zielkometen erreicht

Nach über zehnjähriger Reise hat die ESA-Sonde Rosetta heute planmäßig den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko erreicht. Um 11.00 Uhr MEZ ist sie in ihre Umlaufbahn um ihr Ziel eingeschwenkt. Die Bestätigung für die Operation erreichte das Satellitenkontrollzentrum der ESA in Darmstadt wegen der Entfernung erst mit 27 Minuten Verzögerung.

Seit ihrem Start am 2. März 2004 hat Rosetta 6,4 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Dabei umkreiste sie fünf Mal die Sonne und holte sich auf drei Vorbeiflügen an der Erde und einem Vorbeiflug am Mars den nötigen Schwung. Damit sie nicht an ihrem Ziel vorbei schießt, haben die ESA-Mitarbeiter in Darmstadt die Geschwindigkeit der Sonde seit Anfang Mai relativ zum Kometen um rund 2.800 km/h abgebremst. Jetzt sind beide mit circa 55.000 km/h unterwegs.


ESA-Simulation: So näherte sich Rosetta ihrem Ziel.

Der etwa fünf Kilometer große Komet ist ein Brocken aus Eis und Gestein. Er benötigt etwa 6,5 Jahre, um auf seiner elliptischen Umlaufbahn einmal um die Sonne zu kreisen, von der er momentan rund 540 Millionen Kilometer entfernt ist. Kometen gelten als die ursprünglichsten „Bausteine“ des Sonnensystems. Sie haben wahrscheinlich dazu beigetragen, die Erde mit Wasser anzureichern und könnten Grundbausteine des Lebens geliefert haben.

ESA_ROSETTA_Komet-67P-Churyumov-Gerasimenko_400 Der Komet 67P/Tschurjomow-Gerasimenko. Aufnahme vom 3.8.2014 aus rund 300 Kilometer Entfernung. Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM

In den nächsten drei Monaten soll Rosetta den Kometen in enger werdenden Flügen umkreisen und nach einem geeigneten Landeplatz für das mitgebrachte Landegerät Philae suchen. Jetzt ist die Sonde nur noch 100 Kilometer von der Oberfläche des Kometen entfernt. Sie wird sich in den nächsten sechs Wochen über zwei Dreiecksbahnen weiter annähern und schließlich versuchen, auf einen nahezu kreisförmigen Orbit in nur 30 Kilometer Entfernung zu gelangen. Bis Ende August sollen fünf mögliche Landeplätze ermittelt und Mitte September dann die bevorzugte Stelle ausgewählt werden. Im Idealfall könnte am 11. November dann die Landung eingeleitet werden, um direkt auf der Oberfläche des Kometen seine Zusammensetzung zu untersuchen.

Wenn sich der Komet im Laufe des kommenden Jahres an die Sonne annähert, werden seine Temperatur und seine Aktivität steigen, was zu einem erhöhten Ausstoß von Gas und Staub führen wird. Die ESA-Forscher hoffen, dank Rosetta diesen Vorgang aus nächster Nähe beobachten zu können.

WWW:
Rosetta-Projektseite der ESA
Rosetta-Lander: Philae
Der Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko

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Die ESA-Sonde Rosetta hat sich gemeldet
Rosetta holt Schwung

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